FINOPTECH Insights · Nr. 1 · Methodenbeitrag

Modellierung von Risikooverlays

Schutzwirkung messen und simulieren

Dr. Sascha NeumannStand: 25.09.2026ca. 15 Minuten Lesezeit

Langversion als PDF ↓ 13 Seiten · 1,1 MB
RisikooverlaySAA & ALMSimulation

Kurzfassung

Fragestellung und Modellierungsansatz

Wir untersuchen, ob sich die Wirkung eines Risikooverlays auch dann in einer SAA- und ALM-Simulation berücksichtigen lässt, wenn seine Steuerung im Simulationsraster nicht detailgetreu abgebildet werden kann. Dazu leiten wir aus den Renditen des abzusichernden Portfolioteils und den zugehörigen Overlaybeiträgen einen statistischen Zusammenhang einschließlich der verbleibenden Streuung ab. Anhand einer Szenarioanalyse prüfen wir, wie sich die auf Jahresdaten ermittelte Overlaywirkung in eine quartalsweise Simulation übertragen lässt und wie sie das Risikoprofil des Portfolios verändert.

Zwei überlagerte Histogramme: Mit Overlay ist die Verteilung schmaler und das Verlustende deutlich kürzer als ohne Overlay.
Verteilung der rollierenden Jahresrenditen des Aktienportfolios ohne und mit Overlay. Die gestrichelten Linien markieren die jeweiligen 5%-Quantile.

Zentrale Ergebnisse

  • Risikooverlays lassen sich in SAA- und ALM-Simulationen berücksichtigen, ohne ihre Investmentregeln und einzelnen Absicherungsentscheidungen vollständig nachzubilden.
  • Aus historischen Renditen oder Backtests kann der statistische Zusammenhang zwischen der Rendite des abgesicherten Portfolioteils und dem Overlaybeitrag abgeleitet werden.
  • Unterschiedliche Wirkungen in Verlust- und Gewinnphasen sowie die verbleibende Streuung der Overlaybeiträge werden dabei separat modelliert.
  • Auch wenn nur Jahresdaten für das Overlay vorliegen, kann dessen modellierte Wirkung auf eine quartalsweise SAA- oder ALM-Simulation übertragen werden.
  • Die Schutzwirkung hängt vom betrachteten Zeithorizont ab: Im Beispiel ist sie auf Quartalsebene gering, bei Jahresrenditen und Drawdowns dagegen deutlich ausgeprägt.
  • Quartalsrisiken, Jahresrisiken und Drawdowns sollten deshalb bei der Beurteilung eines Overlays getrennt betrachtet werden.
  • Die Simulation überträgt die aus Backtests abgeleitete Schutzwirkung auf neue Szenarien, kann deren zukünftige Belastbarkeit jedoch nicht unabhängig bestätigen.
  • Das Overlay kann so als Bestandteil der gesamten Anlagestrategie bereits bei der Bestimmung der strategischen Asset-Allokation berücksichtigt werden.
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